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Die Kanareninsel Fuerteventura ist bekannt durch ihre ausgedehnten Strände, auf denen ausgelassenes Leben herrscht. Viele Besucher möchten aber auch die wilde Natur der Vulkaninsel kennenlernen. So können Unternehmungslustige mit einem Mietwagen auf die schmale Halbinsel Jandía fahren. Dort, im abgelegenen Süd-West-Zipfel der Insel führt die abenteuerliche Fahrt über eine Schotterpiste zu dem Dörfchen Cofete an der Nordflanke von Jandía.
Cofete war früher ein Fischerdorf. Die bescheidenen Häuschen sind zum Teil ärmlich, den elektrischen Strom liefern Generatoren. Die meisten der Baracken und Hütten sind nur am Wochenende bewohnt, wenn sich die Eigentümer um ihre Ziegen kümmern. Viele Familien halten sich die Wiederkäuer als Nebenerwerb. Ihren Hauptwohnsitz haben diese Kleinbauern in Morro del Jable. Das Dorf liegt einige Kilometer entfernt an der Südseite von Jandía.
Die Landschaft um Cofete ist karg aber eindrucksvoll
Der Strand von Cofete ist auch in der Hauptsaison so gut wie menschenleer. Dabei sind die langen Strandabschnitte feinsandig und fallen seicht ins Meer. Trotzdem ist beim Baden Vorsicht geboten, denn kräftige Wellen branden an das Gestade und starke Strömungen können auch sichere Schwimmer in Bedrängnis bringen. Allzu weit sollte dort niemand hinausschwimmen, denn Rettungsdienste sind nicht in der Nähe.
Hinter dem Strand erhebt sich das dunkelgraue Vulkangebirge Fuerteventuras. Die Geröllwüste ist einer Mondlandschaft nicht unähnlich, hat da aber gerade dadurch ihren besonderen Reiz. Nur wenige Pflanzen und Tiere trifft der Naturbeobachter dort an. Die Kandelaberwolfsmilch steht hier und da zwischen den Felsen, Kaktusfeigen gedeihen als eingeführte Pflanzen gut auf der Jandía. Die Atlashörnchen bevölkern die Gegend um Cofete wie fast überall auf der Kanareninsel. Die halbzahmen Felltierchen freuen sich immer über etwa Futter. Schwerer ins Visier zu nehmen sind Geckos und spezielle Eidechsen, die es nur auf den Kanaren gibt und die hier um Cofete vorkommen.
Expeditionen um Cofete versprechen bizarre Impressionen
Erfahrene Tourist-Guides laden zu Jeep-Safaris um Cofete ein. Die ortskundigen Chauffeure verlassen aber nicht die abenteuerlichen Wege, weil dies aus Naturschutzgründen nicht gestattet ist. Einige Attraktionen sieht der Besucher vom Nahen nur nach kurzen Fußmärschen, bei denen sehr festes Schuhwerk zu empfehlen ist. Eine Hauptattraktion bei Cofete ist die „Villa Winter“. Die Finca des Deutschen Gustav Winter ist von gruseligen Legenden umrankt. Zu Nazi-Größen soll der skurrile Ingenieur Kontakt gehabt haben und mit einem Geheimauftrag nach Fuerteventura gekommen sein. Angeblich sollte er dort einen U-Boot-Stützpunkt der deutschen Marine errichten. Die Geschichte ist weder nachweisbar noch zu widerlegen, aber weil sie so schauerlich interessant ist, brodelt die Gerüchteküche weiter. Ranghohe Nazis sollen sich in der Villa Winter nach dem Krieg auf der Flucht nach Südamerika einquartiert haben. Gustav Winter hat selber nie dort gewohnt. Unvollendet und etwas ruinös steht die Residenz in der Landschaft. Ordentliche Besichtigungen sind nicht möglich, weil sich Ziegenhirten des Anwesens bemächtigt haben. Es erfordert gestikulierende Überredungskunst, unterstützt durch ein kleines Trinkgeld, das mystische Gemäuer betreten zu dürfen.
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